Kommunale Wärmeplanung – Und nun?

Wie kann die Wärmeversorgung der Zukunft klimafreundlich, sicher und zugleich bezahlbar gestaltet werden?
Mit dieser Frage beschäftigte sich unsere Informations- und Diskussionsveranstaltung am 3. März 2026. Moderiert wurde der Abend von der Landtagsabgeordneten Mia Goller.
Eine fachliche Einordnung der aktuellen Situation gab der Energieberater Christian Kay. Die kommunale Wärmeplanung habe erstmals transparent aufgezeigt, welche Potenziale und Möglichkeiten für eine regenerative Wärmeversorgung im Stadtgebiet bestehen. Nun liege es sowohl bei den Eigentümerinnen und Eigentümern als auch bei der Kommune, die Umstellung aktiv anzugehen. Besonders sinnvoll sei es, auf Energiequellen zu setzen, die überall vorhanden sind, etwa Umweltenergie aus Luft, Boden oder Grundwasser sowie Solarenergie.
Thomas Moser vom Heiztechnikhersteller HDG Bavaria hob hervor, dass moderne Heiztechnik heute vielfältige Möglichkeiten biete. Neben Stückholz-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen entwickle das Unternehmen inzwischen auch Wärmepumpen. Entscheidend sei immer eine individuelle Betrachtung des jeweiligen Gebäudes: „Egal ob Holz oder Wärmepumpe – mit allen Systemen lässt sich heute effizient, sauber, klimaneutral und kostengünstig heizen.“
Wie gemeinschaftliche Lösungen funktionieren können, schilderte Martin Pielmeier aus Stubenberg. Dort wurde eine zentrale Hackschnitzel-Heizanlage in Form einer Bürgergenossenschaft aufgebaut. Dieses Modell eigne sich besonders für ältere Gebäude, deren Besitzer keine großen Einzelinvestitionen mehr tätigen möchten. Durch viel Eigenleistung seien die Kosten niedrig geblieben, gleichzeitig habe das Projekt den Zusammenhalt im Ort gestärkt.
Tina Winterer von der Waldbesitzervereinigung Eggenfelden-Arnstorf machte deutlich, dass es keine pauschale Lösung für alle Gebäude geben könne. Wohnen und Heizen seien sehr individuell. Für die Region sieht sie jedoch gute Voraussetzungen für Biomasse: Mit den vielen Waldbesitzern im Landkreis stehe ein nachhaltig erzeugter Rohstoff für Hackschnitzel-Heizungen oder Nahwärmenetze in ausreichender Menge zur Verfügung.
Ein wichtiger Punkt für viele Hausbesitzer ist die Finanzierung. Sebastian Hofmann von der VR-Bank Rottal-Inn berichtete, dass derzeit viele Menschen nach Orientierung suchen. Banken könnten bei der Finanzierung helfen und durch den Förderdschungel lotsen, damit für jedes Gebäude eine passende Lösung gefunden werden könne.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie groß das Interesse an konkreten Informationen zur Wärmewende ist. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, Fragen zu Technik, Kosten und Fördermöglichkeiten zu stellen und sich direkt mit den Fachleuten auszutauschen.

Mit den Besuchern diskutierten (von links) MdL Mia Goller und Landratskandidatin Larissa Hausberger von Bündnis 90 / Die Grünen sowie (hinten von rechts nach links) Martin Pielmeier (Bürgergenossenschaft Stubenberg), Energieberater Christian Kay, Sebastian Hofmann von der VR-Bank Rottal-Inn, Thomas Moser vom Heiztechnikhersteller HDG Bavaria aus Massing und Tina Winterer von der Waldbesitzervereinigung Eggenfelden-Arnstorf.